RedZilla im Interview – Weihnachtsgeschäft mit Onlinemarktplätzen

Im Rahmen unseres Blogposts zum Weihnachtsgeschäft auf Onlinemarktplätzen haben wir mit Sascha Völkel von RedZilla über seine Erfahrungen hierzu gesprochen. Er stand uns Rede und Antwort, wie er als erfolgreicher Händler Chancen sieht und welche Tipps er anderen Händlern geben würde.

 

JTL: Hallo Sascha. Danke, dass Du Dir die Zeit für ein kurzes Gespräch nimmst. Magst Du Dich kurz vorstellen?

SV: Ja klar, gern. Ich bin Geschäftsführer und Inhaber von RedZilla sowie Fitnesskaufhaus.de. In unserem Onlineshop vertreiben wir seit 2011 Kosmetik, Pflegeartikel und Düfte und seit 2017 auch Frottierwaren. Als langjähriger JTL-Kunde sind wir mit Euch zusammen gewachsen. Heutzutage bieten wir über 1.500 Artikel im einen und circa 6.000 Artikel im anderen Shop an und beschäftigen insgesamt 12 Mitarbeiter.

 

JTL: Nutzt Ihr neben Eurem Onlineshop auch Marktplätze für Euer Weihnachtsgeschäft?

SV: Auf jeden Fall. eBay und Amazon gehören aus meiner Sicht zum Pflichtprogramm. Im Grunde sollte jeder Händler darauf achten, sich möglichst breit aufzustellen. Damit meine ich, so weit wie möglich Multichannel-Commerce zu nutzen. Wer Prioritäten setzt, beispielsweise nur den eigenen Shop oder maximal noch Amazon bespielt, begibt sich in eine Abhängigkeit. Denn was passiert, wenn ich nun vorübergehend für den Verkauf auf Amazon gesperrt werde? Ein solcher Fall tritt schneller ein, als man glaubt. Der Umsatzausfall macht sich umgehend bemerkbar. Setze ich auf mehr Diversifikation, minimiere ich das Risiko.

Die Sichtbarkeit spielt ebenfalls eine große Rolle. Fast jeder Händler profitiert davon, wenn sie nicht nur mit einem eigenen Shop glänzen, sondern auch auf den anderen Marktplätzen auffindbar sind.

 

 

JTL: Immer mehr Händler setzen jedoch genau auf die Kombination von Shop und einem Marktplatz, in der Regel Amazon. Warum hältst Du gerade die Nutzung von eBay, aber auch von anderen Marktplätzen für sinnvoll?

SV: Ich erreiche dort oft noch eine andere Zielgruppe. Es gibt sicherlich Überschneidungen zwischen den einzelnen Marktplätzen. Aber nehmen wir eBay als Beispiel: Die Kaufkraft der einzelnen Kunden ist nach meiner Erfahrung im Schnitt niedriger, daher finden sich dort oft sehr preisbewusste Käufer. Die Kunden sind dort neugieriger, stellen mehr Rückfragen, schätzen daher aber auch guten Service und Kommunikation. Außerdem ist die Retourenquote deutlich geringer – während ich bei Amazon teils auch nach Monaten noch mit einer Retoure rechnen muss, ergibt sich dieser Fall bei eBay-Käufern seltener.

Man sollte aber nicht vernachlässigen, dass alle Marktplätze auch eigene Probleme und Hürden mit sich bringen. Die Gebührenerstattung bei eBay ist beispielsweise klar verbesserungswürdig. Bei Amazon wiederum führt der Kampf um die Buy Box hingegen oftmals zu Preis-Dumping.

 

JTL: Welche Unterschiede stellst Du im Verkauf auf eBay, Amazon und Co. zwischen Vorweihnachtszeit und dem Rest des Jahres fest?

SV: Je nach Produktsortiment würden wohl viele Händler diese Frage unterschiedlich beantworten. Handle ich mit Gartenprodukten, verkaufe ich im Vorweihnachtsgeschäft sicherlich weniger. In meinem Produktbereich, gerade bei den Düften, erlebe ich einen erheblichen Unterschied. Die Verkäufe ziehen spätestens Ende November an und machen Mitte Dezember einen weiteren Sprung durch die Last-Minute-Käufer. Wichtig ist die frühe Vorbereitung hierauf – also ausreichen Waren verfügbar zu haben, Logistik-, Lager- sowie Angebotsprozesse optimiert zu haben. Wenn die Vorweihnachtszeit Deine umsatzstärkste Zeit im Jahr ist, müssen so viele Hürden wie möglich im Vorfeld eliminiert sein.

 

JTL: Nehmt Ihr bestimmte Optimierungen an den Weihnachtsangeboten auf Marktplätzen vor?

SV: Nein, im Grunde nicht. Das ist jedoch eher meinem Produktsortiment geschuldet – ich bediene bereits ein in der Zeit gefragtes Segment. Ähnlich dürfte es beispielsweise Spielzeughändlern gehen. Aber in vielen anderen Bereichen gibt es sinnvolle Möglichkeiten für Anpassungen – sei es nun im Design eines eBay-Weihnachtstemplates, bei der Preisgestaltung für die Buy Box und andere Listings. Wir investieren jedoch vor Weihnachten die meiste Mühe in den eigenen Shop.

Was ich jedoch empfehlen kann, sind zielgerichtete Anzeigenschaltungen auf den Marktplätzen, um Listings zu pushen.

 

 

JTL: Wo wir gerade bei Empfehlungen sind – welche Tipps würdest Du anderen Händlern an die Hand geben?

SV: Zunächst einmal, dass sie auf mehreren Marktplätzen verkaufen sollten. Eine reine Shop- und Amazon-Kombination, wie oben genannt, setzt Händler einem zu starken Konkurrenzrisiko aus. Da ist ohnehin jeder unterwegs.

Als zweites rate ich: Wenn Ihr bei eBay verkauft, tut es aktiv! Wer dort erfolgreich sein will, hat dazu bislang gute Gelegenheit. Denn dort ist der Preis nicht das einzige ausschlaggebende Element. Händler werden für vernünftige Bilder ihrer Produkte, sinnvolle und gut gewählte Attribute sowie eine ansprechende Preisstruktur belohnt. Es gibt also mehr Stellschrauben, mit denen sich hantieren lässt.

 

JTL: Vielen Dank für die Tipps und Deine Zeit, Sascha!

 

Mehr über Sascha und seinen Shop können Neugierige auch in unserer RedZilla-Success Story erfahren.

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Veröffentlicht am Mittwoch, 29. November 2017, in der Kategorie Success Stories mit JTL.
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Geschrieben von
Marketing-Redakteur und Teil der Blog-Redaktion
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